Girls-Day-Homburg

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Erfahrungsbericht PHAST Juliana

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Girlsday 2014 bei der Phast GmbH in Homburg


Am 27.03.2014 besuchte ich die Phast GmbH in Homburg.
Zuerst bekamen wir das Unternehmen genau erklärt. Durch Dr. Johannes Krämer wurde 2002 das Unternehmen in Homburg gegründet. Mittlerweile gibt es auch in Darmstadt, Konstanz, Sulz (Österreich) und Robion (Frankreich) weitere Standorte. Die Unternehmensstandorte werden in 3 bis 4 jährigem Abstand von der FDA (internationales Prüfungskomitee) überprüft. Die erste Überprüfung fand 2006 statt. Das Prüfergebnis berechtigte Phast erstmals international Medikamente auf ihren Wirkstoff testen zu dürfen. Seitdem hat Phast Kunden aus Westeuropa, wie zum Beispiel Belgien, den Niederlanden und  Frankreich, aber sogar auch aus den USA. Am Standort Homburg arbeiten über 200 Menschen und ca. 20 junge Azubis werden zurzeit ausgebildet.
Aber was genau macht die Phast eigentlich?
Das Unternehmen testet neue Medikamente, ob wirklich der Wirkstoff drin ist, der auf der Verpackung steht und ob dieser auch tatsächlich da im Körper ankommt, wo er soll. Sie überprüft die Medikamente von Zerfall bis Freisetzung (Dissolution). Den Zerfall kann man sich so vorstellen, dass die Medikamente einfach zerbröseln (bei Tabletten beispielsweise), die Freisetzung ist dann, wenn der Wirkstoff aus dem Zerfallsprodukt rauskommt. Die Überprüfung wann das geschieht, ob es zur geeigneten Zeit und mit vollem Wirkstoff einsetzt, nennt man Freigabeanalytik. Wann die Medikamente im Körper wirken kommt übrigens auf die Formulierung an. So sind beispielsweise Schmerzmittel, die am nächsten Morgen wirken sollen, meist Kapseln. Diese passieren den Magen, mit der Magensäure, unbeschadet und setzen erst im Darm, bei einem normalen pH-Wert, ihren Wirkstoff frei.
Die Phast untersucht nun also die Freigabe der Wirkstoffe. Jedoch nicht nur. Auch wie lange ein Medikament haltbar ist wird hier überprüft. Dazu wird eine gewisse Anzahl des Medikaments produziert, um im Labor bis zu 5 Jahren zu lagern. Man untersucht dann innerhalb gewisser Zeitabschnitte, wie viel Wirkstoff noch drin ist und ermittelt nach einiger Zeit ein Haltbarkeitsdatum. So kann es bis zu 20 Jahren dauern, bis ein Medikament von der Idee bis in den Apotheken kommt.
Nun ging es an den praktischen Teil. Wir gingen ins Labor, um 2 Versuche durchzuführen, die zeigen was auch mit Medikamenten gemacht wird.

1.    Trennung der Blattfarbstoffe durch Dünnschichtchromatographie

Material: 
Spinat, Aceton, Petrolether, Calciumcarbonat, 10%- NaCl-Lösung, destilliertes Wasser, Fließmittel, DC- Platte
Durchführung:
Gib zu dem Spinat 22ml Aceton, 3ml Petrolether und eine Spatelspitze Calciumcarbonat. Mörsere das Ganze bis sich Flüssigkeit herauslöst. Filtere diese durch ein Küchentuch und fange die Flüssigkeit auf. Der Farbstoffextrakt wird in einen Schütteltrichter gegeben und mit je 20ml Petrolether und NaCl-Lösung verdünnt. Nun lasse die untere Schicht ab und wasche die obere 3-4 Mal mit Wasser aus. Danach trockne die Schicht mit Natriumsulfat, damit kein Wasser mehr vorhanden ist. Dekantiere den Rest in einen Rundkolben.  Zeichne nun in 1,5 cm Höhe einen Strich des gewonnenen Farbstoffes auf die DC-Platte und stelle sie in Fließmittel.

Beobachtung:
Auf der DC- Platte erkennt man eindeutig, dass sich verschiedene Farbstoffe im `Blattgrün` befinden. Einige sind mit dem Fließmittel weiter hoch gewandert als andere. So zum Beispiel Betakarotin. Die Flüssigkeiten steigen übrigens aufgrund der Kapillarkräfte auf.
Bezug zur Realität:
In der Realität werden auch erst die Wirkstoffe aus den Medikamenten herausgelöst. Dies geschieht wie im Versuch auch durch mörsern, Schütteltrichter, absetzen, dekantieren. Bei der Überprüfung von Arzneimitteln werden bereits vorhandene Originale abwechselnd mit dem neu gewonnenen Wirkstoff auf DC-Platten gegeben. Wandert das neue Lösungsmittel gleich hoch wie das Original, kann man davon ausgehen, dass im Medikament wirklich drin ist, was drauf steht.

2.    Silberspiegel- Tollens Reagenz

Material:
Sauberes Reagenzglas, Silbernitratlösung, Ammoniak-Lösung, Natriumhydroxid-Plätzchen, gesättigte Glucose Lösung
Durchführung:
Gib 5ml Silbernitratlösung in das Reagenzglas und versetzte das Ganze mit Ammoniak-Lösung, bis sich der dabei entstehende milchige Niederschlag wieder auflöst. Anschließend gib ein Natriumhydroxid-Plätzchen und gegebenen Falls (sofern die Lösung zu grau wird) noch einmal Ammoniak-Lösung hinzu. Fülle anschließend mit der Glucose Lösung auf und erhitze das Ganze bis sich ein silberner Überzug an der Innenwand des Reagenzglases absetzt. Wasche das Reagenzglas aus.
Bezug zur Realität:
Obwohl keines der Stoffe vor der Reaktion ausgesehen hat wie Silber (Silbernitrat ist einfach nur ein weißes Pulver), haben wir letztendlich Silber produziert. In der Realität kann man mit solchen Untersuchungen herausfinden welche Stoffe in einem Medikament sind. Kommt ein Stoff heraus den man noch nicht kennt wird dieser aufbewahrt, bis man durch weitere Untersuchungen weiß, was es ist.

Der Tag war sehr informativ, man konnte viel über den Beruf des Chemieloboranten erfahren und die Versuche selbst durchführen. Die vielen Informationen gaben einen schönen Einblick in die Arbeit in Laboren und ich denke nun noch mehr darüber nach später tatsächlich einen solchen Beruf auszuüben, denn wer möchte nicht Menschen helfen und dabei das Lieblingsfach zum Job machen?:)

 

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